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Val d’Orcia: Immobilien kaufen im UNESCO-Welterbe (2026)

Val d'Orcia: günstiger als Chianti. Pienza 2.982 €/m², Montalcino 2.347, Radicofani 1.468. Preise nach Gemeinde, Immobilientypen, UNESCO-Schutz.

Val d'Orcia: Immobilien im UNESCO-Welterbe

Seit 2004 steht die Val d’Orcia auf der UNESCO-Welterbeliste. Was das für den Immobilienmarkt bedeutet, sieht man an einer einfachen Tatsache: kein einziges neues Wohnhaus wird hier noch genehmigt. Der UNESCO-Schutz verhindert das, und damit schrumpft das Angebot an bewohnbaren Gebäuden Jahr für Jahr, während die Nachfrage steigt.

Die Val d’Orcia liegt südlich von Siena, fünf Gemeinden, deutlich günstiger als das Chianti. Der Markt bewegt sich langsam nach oben, ohne die Ausschläge anderer Regionen.

Was kostet ein Casale in der Val d’Orcia?

Ein renoviertes Casale mit Pool in Panoramalage kostet zwischen 1,2 und 2,5 Millionen Euro, das sind 5.000 bis 7.500 EUR/m² in Toplagen rund um Pienza oder mit Blick auf die Crete Senesi. In durchschnittlichen Lagen liegt der m²-Preis bei 3.000 bis 4.500 EUR/m², deutlich unter dem Chianti-Niveau.

Unrenovierte Casali kosten 300.000 bis 700.000 Euro für 500 bis 800 m². Die Renovierung schlägt mit 1.500 bis 2.500 EUR/m² zu Buche. Ein unrenoviertes Casale mit 500 m² für 400.000 Euro plus Renovierung ergibt ein Gesamtbudget von 1,15 bis 1,65 Millionen, liegt also unter dem Preis eines vergleichbaren Fertigobjekts, erfordert aber 12 bis 24 Monate Bauzeit und setzt einen Architekten voraus, der die Abläufe mit der Soprintendenza kennt.

Im Chianti Classico liegen renovierte Casali bei 3.500 bis 5.500 EUR/m². In der Val d’Orcia zahlt man für vergleichbare Objekte ein gutes Stück weniger, bei einer Landschaft, die denselben Schutzstatus hat.

Objekte, die seit über 12 Monaten am Markt stehen, lassen tendenziell mehr Spielraum. Im Winter (November bis Februar) ist die Verhandlungsposition stärker als im Sommer. Das bespreche ich mit jedem Käufer individuell.

Wer kauft in der Val d’Orcia?

Käufer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen seit den 1990ern in die Val d’Orcia. Typisch ist ein Zweitwohnsitz mit Budget zwischen 500.000 und 2 Millionen, Casale mit Pool. Schweizer Käufer entscheiden konservativer und fordern mehr Dokumentation vor der ersten Besichtigung.

US-Käufer wachsen seit 2022 stark. Motivation sind italienische Wurzeln, der Dollarkurs und das Arbeiten aus der Ferne; Budgets liegen bei 1,5 bis 3 Millionen. Ein spürbarer Teil der internationalen Anfragen in Italien kommt inzwischen aus den USA.

UK-Käufer sind seit Jahrzehnten in der Toskana. Nach dem Brexit brauchen sie ein Visum für Aufenthalte über 90 Tage, was die Zweitwohnsitz-Nutzung einschränkt.

Italienische Käufer aus Mailand und Rom erwerben Agriturismo-Projekte oder Tenute als Investment. Der Anteil ist kleiner als bei internationalen Käufern, aber stabil.

Aktuelle Marktentwicklungen in der Val d’Orcia

Die Nachfrage steigt schneller als die Preise. Der Bestand ist groß genug, um sie aufzufangen, anders als im Chianti, wo der Markt enger ist. Bei renovierten Casali in Panoramalage sieht es anders aus: dort steigen die Preise schneller, weil das Angebot endlich ist.

Montalcino profitiert vom Brunello. Die internationale Bekanntheit des Weins zieht Käufer an, die vorher nie an die Val d’Orcia gedacht haben. Die Preise in Montalcino liegen unter Pienza (rund 2.347 vs. 2.982 EUR/m²), aber das Weinland drumherum ist eine eigene Kategorie: produktive Brunello-DOCG-Weinberge werden separat bewertet, und wer eine Tenuta mit Brunello-Rechten kauft, kauft ein Unternehmen.

Unrenovierte Casali unter 500.000 Euro gibt es in der Val d’Orcia noch, besonders in Castiglione und Radicofani. In den Gemeinden mit guter Infrastruktur (Pienza, Montalcino, San Quirico) wird das Angebot dünner.

Die Gemeinden und ihre Preise

Die Unterschiede innerhalb der Val d’Orcia sind groß: zwischen Radicofani und Bagno Vignoni liegt ein Mehrfaches.

Preise nach Gemeinde in der Val d'Orcia (2026)
Gemeinde / OrtsteilEUR/m² (Durchschnitt)Charakter
Pienza~2.982UNESCO-Kernort, Pecorino, Tourismus, kompakte Altstadt
Bagno Vignoni (San Quirico)3.000-3.800Thermalquellen, sehr begrenztes Angebot, Nischenmarkt
Montalcino~2.347Brunello-Prestige, Weinbau, stabile internationale Nachfrage
San Quirico d'Orcia1.474-3.739Breites Spektrum, Bagno Vignoni treibt die Obergrenze
Castiglione d'Orcia~1.800Ruhiger, weniger Tourismus, gute Einstiegspreise
Radicofani~1.468Am abgelegensten, am günstigsten, Festungsdorf auf 780 m

Pienza (2.100 Einwohner) ist der bekannteste Ort der Zone. Die Altstadt gehört zum UNESCO-Kern, der Pecorino di Pienza hat internationale Bekanntheit. Die Infrastruktur ist für ein Dorf dieser Größe gut: Restaurants, Weinhandlungen, Lebensmittelladen, Apotheke. Montepulciano mit kleinem Krankenhaus liegt 15 Minuten entfernt. Die Preise in und um Pienza liegen am oberen Ende, mit wenig Spielraum bei Altstadt-Nähe und Blick.

Montalcino (5.000 Einwohner) lebt vom Brunello. Der Wein hat den Ort auf die Karte internationaler Käufer gesetzt, besonders bei US-Amerikanern und Schweizern. Die Wohnimmobilienpreise liegen unter Pienza, weil der Ort weniger touristisch geprägt ist und die Infrastruktur dünner bleibt. Was den Preis hier treibt, ist Land: Das Konsortium regelt für die Brunello-Weinberge Anbauflächen, Reifung und Volumina pro Hektar. Wer eine Tenuta mit Brunello-Rechten erwirbt, zahlt vor allem für diese Rechte. Zwei Supermärkte, Apotheke, Ärzte, Grundschule. Die Fortezza ist der Mittelpunkt des Ortes: Weinkeller, Veranstaltungen, Panoramaterrasse.

San Quirico d’Orcia (2.800 Einwohner) hat die größte Preisspanne aller Gemeinden (1.474 bis 3.739 EUR/m²). Der Grund heißt Bagno Vignoni: der Ortsteil mit dem mittelalterlichen Thermalbecken auf dem Dorfplatz ist ein Nischenmarkt, in dem die Preise deutlich über dem Rest von San Quirico liegen. Weniger als 20 Objekte pro Jahr kommen in Bagno Vignoni auf den Markt. Ohne Bagno Vignoni starten die Einstiegspreise bei rund 1.500 EUR/m². Der Ort selbst hat Lebensmittelladen, Bar, Apotheke.

Castiglione d’Orcia (2.200 Einwohner) liegt abseits der Touristenrouten. Weniger Restaurants, weniger Besucher, aber gute Einstiegspreise (rund 1.800 EUR/m²). Das Gemeindegebiet ist groß, die Poderi liegen verstreut in der Landschaft. Für Käufer, die absolute Ruhe suchen und 25 Minuten Fahrt nach Montalcino oder Pienza akzeptieren, bietet Castiglione das beste Verhältnis zwischen Landschaft und Preis nach Radicofani. Der Ortsteil Campiglia d’Orcia hat einen eigenen Charakter: mittelalterliches Dorf auf einem Hügel, 300 Einwohner, zwei Restaurants, Blick auf den Monte Amiata.

Radicofani (1.100 Einwohner) ist der südlichste und günstigste Punkt der Val d’Orcia. 780 Meter Höhe, die Festung sichtbar aus 30 km Entfernung. Wer absolute Ruhe sucht und bereit ist, 30 Minuten zum nächsten größeren Ort zu fahren, findet hier das beste Preis-Land-Verhältnis der gesamten südlichen Toskana. Ein Lebensmittelladen, eine Bar, für alles Weitere Siena oder Chiusi.

Die Feinheiten innerhalb der Gemeinden, welche Ortsteile gerade aufholen und wo noch Preislücken existieren, bespreche ich am besten direkt. Schreiben Sie mir.

Entfernungen

Fahrzeiten ab den Val d'Orcia-Gemeinden (in Minuten, Auto)
VonSienaFlorenzFlughafen FLRChiusi Bhf.Autobahn A1Krankenhaus
Pienza551101153030 (Chiusi)15 (Montepulciano)
Montalcino45100105404020 (Montepulciano)
San Quirico50105110353520 (Montepulciano)
Bagno Vignoni55110115353525 (Montepulciano)
Castiglione d'O.60115120353530 (Montepulciano)
Radicofani701301352525 (Chiusi)35 (Montepulciano)

Für Käufer aus dem deutschsprachigen Raum: Innsbruck nach Pienza sind rund 6,5 Stunden über den Brenner, München 7,5 Stunden. Der Hochgeschwindigkeitszug (Frecciarossa) fährt von Bologna oder Rom nach Chiusi-Chianciano Terme, von dort 25 bis 40 Minuten per Auto. Flughafen Florenz: 100 bis 120 Minuten. Flughafen Perugia: 60 bis 90 Minuten. Ein Auto ist in der Val d’Orcia unerlässlich.

Viele Käufer fahren mit dem Auto und nutzen das Haus als verlängertes Wochenende oder verbinden es mit zwei bis drei Wochen Aufenthalt im Sommer.

Alltag in der Val d’Orcia

In Montalcino und San Quirico gibt es kleine Supermärkte (Coop). In Pienza, Castiglione und Radicofani sind es Lebensmittelläden. Für größere Einkäufe fahren die meisten nach Chiusi (25-40 Min.) oder Siena (45-70 Min.). Die Wochenmärkte sind kleiner als im Chianti, aber in Pienza (Freitag), Montalcino (Freitag) und San Quirico (Dienstag) bekommt man frisches Gemüse, Käse und Olivenöl direkt von den Produzenten.

Restaurants gibt es weniger als im Chianti, die Qualität ist stabil. Ein einfaches Restaurant mit Pici (lokale Pasta), Cinta Senese und Hauswein kostet 25 bis 45 Euro pro Person, gehobene Küche 60 bis 100 Euro. In Montalcino dreht sich alles um Brunello: Weinhandlungen bieten Verkostungen, Weingüter öffnen ihre Keller. Im Winter schließen einige Restaurants für zwei bis vier Monate. Pienza und Montalcino bleiben ganzjährig belebt, Radicofani und Castiglione werden im Winter ruhig.

Das Klima ist kontinental: Sommer 28 bis 34°C, trocken; Winter 0 bis 6°C. Radicofani auf 780 m kann Frost und gelegentlich Schnee haben. Die Heizperiode läuft November bis März. Ein schlecht gedämmtes Casale (Energieklasse F oder G) verursacht über den Winter spürbare Heizkosten, meist über Pellet oder GPL.

Im ländlichen Teil der Val d’Orcia ist Italienisch die einzige Alltagssprache. In den Restaurants und Hotels von Pienza und Montalcino wird Englisch gesprochen. Bei Handwerkern, bei der Gemeinde, beim Arzt gilt: Italienisch. Wer dauerhaft hier lebt, lernt Italienisch; wer sechs bis acht Wochen im Jahr kommt, braucht jemanden vor Ort.

Internetversorgung: Glasfaser in den Ortskernen von Montalcino und San Quirico (50-100 Mbit). Auf dem Land, drei bis acht km von den Orten: 10 bis 30 Mbit (FTTC oder LTE). In Radicofani und abgelegenen Poderi kann die Verbindung schwach sein. Für das Arbeiten aus der Ferne: die Abdeckung an der konkreten Adresse vor dem Kauf prüfen.

Die Val d’Orcia hat drei Thermalbäder: Bagno Vignoni (mittelalterliches Becken auf dem Dorfplatz), San Filippo (natürliche Kalkstein-Kaskaden, frei zugänglich) und Bagni San Filippo (privates Thermalbad). Kein anderes toskanisches Immobiliengebiet hat diese Dichte an Thermalwasser.

Zur Gesundheitsversorgung: Bereitschaftsarzt in jeder Gemeinde. Nächstes Krankenhaus: Montepulciano (15-35 Min. je nach Gemeinde) oder Siena Le Scotte (45-70 Min.). Die Notfallversorgung funktioniert, Wartezeiten für Fachärzte sind lang. Viele Käufer behalten ihren Arzt in Deutschland und kommen für Routineuntersuchungen nach Hause.

Die meisten Käufer nutzen das Haus sechs bis zehn Wochen im Jahr. Garten, Pool, Lüften, Heizung kontrollieren: ein Hausmeister kostet 300 bis 600 Euro im Monat. Manche vermieten in der Abwesenheit, andere nicht. Die Entscheidung beeinflusst die Steuersituation. Dazu der Vermietungs-Guide.

Immobilientypen und Preisspannen

Immobilientypen in der Val d'Orcia (2026)
TypPreisspanneFläche / LandTypische Lage
Casale (renoviert)1,2-2,5 Mio. € (5.000-7.500 EUR/m²)200-400 m²Pienza, Montalcino, Panoramalagen
Casale (unrenoviert)300-700k €500-800 m²Alle Gemeinden, besonders Castiglione und Radicofani
Podere500k-1,5 Mio. €2-5 ha LandStreulage zwischen den Orten
Agriturismo1-3 Mio. €5-15 ha LandMontalcino, San Quirico, Castiglione
Tenuta mit Weinberg2-5 Mio. €+10-40 ha LandMontalcino (Brunello DOCG), Pienza-Süd

Agriturismi sind eine eigene Kategorie. Wer ein laufendes Agriturismo kauft, kauft ein Geschäft: Buchungshistorie, Bewertungen, bestehende Gästeströme. Die Lizenz (SCIA agrituristica) ist an die landwirtschaftliche Nutzung gebunden. Welche Erträge realistisch sind, hängt von Größe, Lage und Auslastung ab und muss vor dem Kauf anhand der echten Buchungszahlen geprüft werden. Mehr dazu im Agriturismo-Guide.

Was der Markt zeigt

Ein paar Muster aus den Abschlüssen der letzten anderthalb Jahre, ohne konkrete Objekte zu nennen:

Ein renoviertes Casale mit Panoramablick in Pienza-Nähe liegt deutlich höher im m²-Preis als ein teilrenovierter Podere bei Castiglione d’Orcia, der mehr Land, aber weniger Substanz und eine abgelegenere Lage hat. Ein laufendes Agriturismo bei Montalcino mit eigenem Brunello-Weinberg wird anhand von Betrieb, Land und Weinrechten bewertet, die Wohnfläche spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

Länger inserierte Objekte lassen tendenziell mehr Spielraum. Das bespreche ich mit jedem Käufer individuell. Welche Objekte aktuell verfügbar sind, sehen Sie auf meiner Immobilienseite.

Was den Preis hebt, was ihn drückt

Faktoren, die den Preis spürbar heben:

  1. Panoramablick auf Crete Senesi oder Monte Amiata. In der Val d’Orcia ist die Sicht das Produkt. Ein Casale mit 270-Grad-Panorama ist deutlich mehr wert als ein vergleichbares Casale mit eingeschränkter Sicht.
  2. Fußläufige Distanz zu Pienza oder Montalcino. Zehn Minuten zu Fuß im Ort bedeuten einen spürbaren Aufschlag gegenüber 15 Minuten Autofahrt.
  3. Fertig restauriert mit Pool und Energieklasse B oder besser. Deutschsprachige Käufer wollen meist keine Baustelle und zahlen den Aufschlag für ein bezugsfertiges Objekt.

Faktoren, die den Preis drücken:

  1. Zufahrt über Schotterstraße (Strada Bianca). In der Val d’Orcia häufiger als im Chianti.
  2. Kein Wasseranschluss am öffentlichen Netz. Brunnen oder Zisterne statt Acquedotto. Betrifft einzelne Poderi in Castiglione und Radicofani.
  3. Abstand zum nächsten Ort über 20 Minuten Autofahrt. In Radicofani und im Süden von Castiglione d’Orcia liegen Casali 25 bis 35 Minuten vom nächsten Lebensmittelladen entfernt.

Saisonale Muster

Von Februar bis April kommen neue Objekte auf den Markt, im März hat das Angebot die höchste Dichte.

Von April bis Juni verläuft die erste Besichtigungswelle. Die Landschaft ist grün, die Mohnblüte (April/Mai) ist ein emotionaler Auslöser. Viele Käufer lernen die Gegend in dieser Phase kennen.

Im Juli und August fallen die Kaufentscheidungen. Käufer verbringen den Urlaub in der Region und entscheiden sich. Vorverträge (Compromesso) häufen sich in diesen Monaten.

September und Oktober bringen die zweite Besichtigungswelle. Weinlese in Montalcino, die Dörfer leben. Besichtigungen in diesen Monaten empfehle ich besonders, weil Käufer die Val d’Orcia so sehen, wie sie wirklich ist.

Von November bis Februar sind weniger Käufer aktiv, das Angebot ist breiter; mindestens ein Besichtigungstermin im Winter zeigt das Haus ohne Kulisse. Die Heizung wird getestet, die Zufahrt bei Regen überprüft.

Ein typischer Verlauf: erster Kontakt im Winter, Besichtigungen im Frühjahr bei Pienza und Castiglione, ein längerer Sommeraufenthalt zur Probe, das Angebot zum Jahresende auf ein Objekt, das seit dem Frühling keine Gebote mehr hatte. Vom ersten Kontakt bis zum Schlüssel vergeht in solchen Fällen rund ein Jahr.

Die beste Strategie: im Frühling die Auswahl treffen, im Sommer die Gegend erleben, im Herbst oder Winter verhandeln. Schreiben Sie mir.

Der UNESCO-Effekt auf die Preise

Der UNESCO-Schutz verhindert Neubau. Jedes Bauprojekt durchläuft die Soprintendenza, neue Gebäude werden in der Regel nicht genehmigt. Das begrenzt das Angebot auf bestehende Gebäude. Gleichzeitig renovieren weniger Eigentümer, weil der Genehmigungsprozess (60 bis 120 Tage, manchmal länger) abschreckt. Das Ergebnis: das Angebot an bewohnbaren Häusern schrumpft langsam, während die Nachfrage steigt.

Die Val d’Orcia hat in den letzten zehn Jahren weniger Preisschwankung gezeigt als vergleichbare Zonen ohne UNESCO-Schutz. Für Käufer, die langfristig denken: der Blick vom Casale auf die Zypressen-Allee wird in 20 Jahren derselbe sein. Kein Nachbar baut ein dreigeschossiges Haus auf das Nachbargrundstück. Das ist Baurecht. Denselben Mechanismus sieht man in den Immobilien um San Gimignano und Volterra, einer weiteren UNESCO-geschützten Zone der Toskana, wo der Neubau-Stopp die Preise ebenso stabilisiert.

Was das konkret bei Renovierungen bedeutet: die Soprintendenza entscheidet bei Außenveränderungen mit. Fassade, Dach, Fenster, Pool, Zufahrt brauchen Genehmigung. Sichtbare Solaranlagen auf dem Dach werden in der Regel abgelehnt, bodennahe Anlagen im Garten manchmal genehmigt. Innenrenovierungen sind freier, aber strukturelle Eingriffe brauchen eine Meldung bei der Gemeinde.

Die Kaufnebenkosten bleiben vom UNESCO-Status unberührt: 9 % Registersteuer auf den Katasterwert beim Zweitwohnsitz, 2 % beim Erstwohnsitz (Prima Casa), plus Notar und Makler. Was sich unterscheidet, sind die Due-Diligence-Kosten, weil der Bauvermesser (Geometra) die Soprintendenza-Kompatibilität prüfen muss. Das kostet 1.000 bis 3.000 EUR mehr als in Zonen ohne Schutzauflage. In meinen Mandaten in der Zone koordiniere ich Geometra und Notar auf diesen Punkt hin, bevor der Vorvertrag steht, damit eine geplante Fassaden- oder Poolarbeit nicht nachträglich an einer Genehmigung scheitert. Mehr zum gesamten Kaufprozess im Kauf-Guide für Italien.

FAQ: 9 Fragen zum Kauf in der Val d’Orcia

Ist die Val d’Orcia günstiger als das Chianti? Ja, im Durchschnitt deutlich günstiger. Ein renoviertes Casale mit Pool liegt bei 1,2 bis 2,5 Millionen Euro, im Chianti bei 1,5 bis 3,5 Millionen. Der Unterschied schrumpft bei Premium-Lagen wie Pienza oder Bagno Vignoni.

Kann ich als internationaler Käufer hier kaufen? Ja. EU-Bürger kaufen ohne Einschränkungen. Schweizer über die Gegenseitigkeitsklausel (in der Praxis kein Problem). US- und UK-Käufer ebenfalls. Kein Visum, kein Investorennachweis. Mehr im Kauf-Guide für Italien.

Wie lange dauert der Kaufprozess? Vom ersten Angebot bis zum Notartermin (Rogito) drei bis sechs Monate. Die Due-Diligence-Phase ist in der Val d’Orcia manchmal länger als anderswo, weil die Soprintendenza bei Genehmigungsfragen eingebunden wird.

Darf ich ein Casale frei renovieren? Eingeschränkt. Innenrenovierungen sind freier. Außenarbeiten (Dach, Fassade, Fenster, Pool, Zufahrt) brauchen Genehmigung der Soprintendenza. Solaranlagen auf dem Dach werden in der Regel abgelehnt, bodennahe Anlagen im Garten manchmal genehmigt. Mehr im Renovierungs-Guide.

Was kostet die Renovierung eines Casale? Als Orientierung 1.500 bis 2.500 EUR/m² je nach Zustand und Standard. Bei einem großen Casale summiert sich das schnell auf einen Betrag in der Höhe des Kaufpreises selbst, die genaue Zahl hängt vom Umfang ab. Handwerker sind 12 bis 18 Monate im Voraus ausgebucht.

Welcher Ort passt zu mir? Montalcino für Wein und internationale Bekanntheit. Pienza für Fußläufigkeit und kulturelles Angebot. Bagno Vignoni für Thermalquellen (extrem begrenztes Angebot). Castiglione und Radicofani für die günstigsten Einstiegspreise. Was zu Ihrem Profil passt, bespreche ich am besten direkt. Schreiben Sie mir.

Wann ist die beste Zeit zum Kaufen? Im Frühling (März bis Mai) kommt das breiteste Angebot. September und Oktober sind gut, um die Region kennenzulernen. November bis Februar bieten die stärkste Verhandlungsposition.

Lohnt sich Vermietung in der Val d’Orcia? Ferienwohnungen erzielen in der Hauptsaison (April bis Oktober) ordentliche Tagesraten, ein laufendes Agriturismo entsprechend mehr. Ob sich das im Einzelfall trägt, hängt von Auslastung, Lage und laufenden Kosten ab. Ohne Agriturismo-Lizenz ist Kurzzeitvermietung an die CIN-Registrierung gebunden. Die Pauschalsteuer (Cedolare secca, 21 %) ist meist günstiger als die progressive Einkommensteuer. Mehr im Vermietungs-Guide.

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in der Val d’Orcia? Mit Makler liegen die Nebenkosten bei 10 bis 15 % des Kaufpreises. Der größte Posten ist die Registersteuer: 9 % auf den Katasterwert beim Zweitwohnsitz, 2 % beim Erstwohnsitz. Dazu kommen Notar und Maklerprovision (4 % plus IVA pro Seite). In der Val d’Orcia liegt die Due Diligence oft 1.000 bis 3.000 EUR höher als anderswo, weil der Geometra die Soprintendenza-Auflagen prüfen muss. Details im Steuer-Guide.


Andrej Avi ist Immobilienmakler in der Toskana und begleitet Käufer aus dem deutschsprachigen und internationalen Raum vom ersten Telefonat bis zum Notartermin. Kaufbegleitung anfragen · Aktuelle Immobilien · Über Andrej Avi

Stand: Juli 2026. Alle Angaben basieren auf geltendem italienischem Recht und aktuellen Marktdaten. Keine Steuer- oder Rechtsberatung.

Andrej Avi
Andrej Avi

Lizenzierter Immobilienmakler in Italien

Persönliche Begleitung bei besonderen Immobilien in der Toskana. LinkedIn

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