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Casale kaufen in der Toskana: Renovierung, Kosten und Genehmigungen

Casale in der Toskana: 200.000-1,8 Mio. EUR je nach Zustand. Renovierung, Genehmigungen, Fallstricke, Regionen. Praxisguide für Käufer.

Casale kaufen: Renovierung und Kosten Toskana

Das Casale ist der Gebäudetyp, nach dem deutschsprachige Käufer in der Toskana am häufigsten suchen, ein toskanisches Landhaus aus Naturstein mit Terrakottaböden. In der Realität war ein solches Gebäude oft seit Jahrzehnten nicht bewohnt, seine Katastereinträge stimmen nicht mit der Bausubstanz überein, und die Renovierung dauert länger als geplant. Diese drei Punkte bestimmen, was der Kauf am Ende kostet.

Was ist ein Casale?

Casale (Plural: Casali) bezeichnet ein toskanisches Landhaus aus Naturstein. Die Bauweise ist regional verschieden: im Chianti Pietra Serena und Alberese, in der Maremma Tuffstein, in der Garfagnana Sandstein. Das Gebäude war ursprünglich ein Bauernhaus mit Wohnbereich im Obergeschoss und Stall, Lager oder Ölmühle im Erdgeschoss.

Die typische Wohnfläche liegt bei 200 bis 500 m², verteilt auf zwei Geschosse. Viele Casali haben ein Nebengebäude (Annesso): ein früherer Schuppen, eine Scheune oder ein Backofen-Häuschen mit 30 bis 120 m². Das Grundstück bewegt sich zwischen 2.000 und 50.000 m², je nach Lage und Entstehungsgeschichte.

Drei Merkmale prägen das Casale. Die tragende Natursteinmauer ist 50 bis 80 cm dick, speichert Kühle im Sommer, ist im Winter aber kalt, weil sie nicht gedämmt ist. Casali stehen einzeln, oft am Hang, mit Zufahrt über eine Schotterstraße (Strada bianca); 500 Meter bis 3 Kilometer zum nächsten Nachbarn sind normal. Olivenhain, Garten, manchmal ein Stück Wald gehören zum Charakter und bringen laufende Kosten: Pflege, Zufahrt, Wasserversorgung.

Casale vs. Villa vs. Podere: drei verschiedene Gebäudetypen

Die Begriffe werden auf Immobilienportalen durcheinander verwendet. Die Unterscheidung ist wichtig, weil sie den Preis, die Nutzung und die rechtliche Situation bestimmt.

Ein Casale ist ein ehemaliges Bauernhaus mit kleinem bis mittlerem Grundstück. Es ist ein Wohngebäude, eventuell mit Annesso, auf 2.000 bis 50.000 m² Land. Es ist kein landwirtschaftlicher Betrieb, braucht keine Agriturismo-Lizenz und unterliegt keinen landwirtschaftlichen Auflagen. Es ist der häufigste Gebäudetyp auf dem Markt.

Eine Villa ist ein repräsentativer Bau, historisch als Herrschaftssitz errichtet. Symmetrische Fassade, Gartenanlage, oft Denkmalschutz. Villen sind in der Regel größer (400 bis 1.500 m²), teurer pro Quadratmeter und häufiger mit Auflagen belegt. Eine Villa im Chianti beginnt renoviert bei 1,5 Millionen Euro.

Ein Podere ist ein landwirtschaftliches Anwesen mit Betriebscharakter. Ein oder mehrere Gebäude stehen auf größerer Anbaufläche: Weinberge, Olivenhaine, Acker. Grundstücke ab 5 Hektar, oft 10 bis 50 Hektar. Zu einem Podere gehören Maschinen, Lizenzen, Arbeitskräfte und Buchhaltung. Das ist ein anderes Projekt als ein Casale mit Garten.

Die Grenze zwischen Casale und Podere ist fließend. Ein Casale mit 3 Hektar Olivenhain und 200 Bäumen kann als Podere inseriert sein, obwohl es kein landwirtschaftlicher Betrieb ist. Was zählt, sind die Katasterkategorie und die tatsächliche Nutzung, nicht der Name im Inserat.

Was kostet ein Casale in der Toskana?

Die Preise hängen von drei Faktoren ab: Zustand, Region und Erreichbarkeit. Ein Casale an einer asphaltierten Straße im Chianti kostet pro Quadratmeter ein Vielfaches eines vergleichbaren Gebäudes am Ende eines Schotterwegs in der Garfagnana.

Renovierungsbedürftig: 200.000 bis 500.000 EUR

Kein Dach, keine Heizung, keine Elektrik. Oft seit 20 bis 40 Jahren unbewohnt. Die Bausubstanz steht, aber der Rest muss komplett erneuert werden. Preis pro Quadratmeter: 600 bis 1.500 EUR. Diese Objekte finden Sie nicht auf den großen Portalen. Sie stehen bei lokalen Agenturen, werden unter Nachbarn weiterverkauft oder tauchen bei Erbschaftsauflösungen auf.

Teilrenoviert: 400.000 bis 900.000 EUR

Dach und Tragstruktur intakt, Heizung funktioniert, aber Küche, Bäder und Böden sind aus den 1980ern. Bewohnbar, aber nicht auf dem Stand, den ein Käufer aus dem deutschsprachigen Raum erwartet. Preis pro Quadratmeter: 1.500 bis 2.500 EUR. Die häufigste Kategorie auf dem Markt.

Kernsaniert mit Pool: 600.000 bis 1.800.000 EUR

Komplett renoviert, neue Haustechnik, Fußbodenheizung, Pool, Gartenanlage. Preis pro Quadratmeter: 2.500 bis 5.000 EUR. Im Chianti Classico und im Val d’Orcia liegen renovierte Casali über 1 Million Euro. In der Maremma oder Garfagnana beginnen vergleichbare Objekte bei 600.000 EUR.

Casale-Preise Toskana: Richtwerte 2026
ZustandPreisspanneEUR/m²Typisches Profil
Renovierungsbedürftig200.000-500.000 EUR600-1.500300 m², kein Dach/Heizung, 5.000 m² Land
Teilrenoviert400.000-900.000 EUR1.500-2.500350 m², bewohnbar, Bäder/Küche veraltet
Kernsaniert mit Pool600.000-1.800.000 EUR2.500-5.000400 m², neue Haustechnik, Pool, Garten

Auf den inserierten Preisen ist meist Spielraum vorhanden. Wie groß er ausfällt, hängt vom Objekt, der Lage und der Marktstandzeit ab. Die konkrete Strategie bespreche ich im Einzelfall.

Renovierung: Kosten, Zeitrahmen, Genehmigungen

Wer ein unrenoviertes Casale kauft, kauft ein Bauprojekt. Das muss von Anfang an als solches geplant werden.

Renovierungskosten: 1.500 bis 3.000 EUR pro Quadratmeter

Bei einer Kernsanierung ohne Denkmalschutz liegt die Spanne bei 1.500 bis 2.500 EUR/m². Mit gehobener Ausstattung (Naturstein, Eichenparkett, hochwertige Haustechnik): 2.500 bis 3.000 EUR/m². Ein Casale mit 350 m² bei 2.000 EUR/m² bedeutet 700.000 EUR Renovierungskosten. Dazu Pool (60.000 bis 120.000 EUR), Außenanlagen, Zufahrt. Gesamtbudget realistisch: 800.000 bis 1.000.000 EUR.

Was den Preis nach oben treibt: Wenn der Dachstuhl getauscht werden muss statt repariert, verdoppelt sich dieser Posten. Bei unrenovierten Casali sieht man den Zustand oft erst nach dem Öffnen. Ein Casale am Ende einer 2 Kilometer langen Schotterstraße verursacht spürbar höhere Baukosten, weil Material per Kleintransporter kommt und kein Kran möglich ist. Toskanische Böden sind Lehm, Ton oder Fels; alle drei haben Konsequenzen für die Gründung, die im ersten Voranschlag selten auftauchen.

Realistisch ist das obere Drittel der Spanne plus rund 15 % Puffer.

Genehmigungen

Das italienische Baurecht kennt abgestufte Genehmigungsverfahren. Welches greift, hängt vom Eingriff ab: Raumaufteilung und Leitungen erfordern eine einfache Anzeige (CILA), tragende Elemente oder Dachstruktur eine schwerere (SCIA), Volumenänderungen eine vollständige Baugenehmigung (Permesso di costruire). Bei denkmalgeschützten Gebäuden braucht jeder Eingriff zusätzlich die Genehmigung der Denkmalbehörde (Soprintendenza), was 3 bis 12 Monate zusätzlich kosten kann. Welches Verfahren für ein konkretes Objekt gilt, klärt der Geometra vor dem Kaufangebot.

Zeitrahmen: 12 bis 24 Monate

Eine Kernsanierung ohne Denkmalschutz dauert 12 bis 18 Monate. Mit Denkmalschutz 18 bis 30 Monate. Davon entfallen 3 bis 6 Monate auf die Genehmigungsphase. Die Bauphase selbst geht schneller als erwartet, aber der Vorlauf nicht.

Zwei Fachleute sind unverzichtbar. Der Geometra (Techniker/Vermesser) prüft die Übereinstimmung von Kataster, Baugenehmigungen und tatsächlichem Gebäude und erstellt die Unterlagen für die Gemeinde. Der Direttore dei Lavori (Bauleiter) koordiniert die Handwerker, überwacht die Ausführung und haftet gegenüber der Gemeinde für die Einhaltung der Genehmigung. Beide Rollen kann derselbe Architekt übernehmen. Das koordiniere ich mit dem Techniker vor dem Kauf.

Energetische Sanierung und APE

Der APE (Attestato di Prestazione Energetica) ist der italienische Energieausweis. Er ist bei jedem Verkauf Pflicht und muss im Kaufvertrag genannt werden.

Unrenovierte Casali liegen bei Klasse F oder G. Steinwände ohne Dämmung, alte Fenster, keine kontrollierte Lüftung. Der Energieverbrauch kann bei 300 bis 400 kWh/m² pro Jahr liegen. Bei einem 350-m²-Casale mit Gasheizung sind das 8.000 bis 12.000 EUR Heizkosten im Jahr. Nach einer Kernsanierung ist Klasse A oder B erreichbar: Innendämmung (die Steinfassade bleibt), neue Fenster, Fußbodenheizung mit Wärmepumpe, Photovoltaik. Die Heizkosten sinken auf 2.000 bis 3.000 EUR pro Jahr.

Fördermöglichkeiten

Die großen Steuerbonus-Programme (Superbonus 110 %) sind ausgelaufen oder stark eingeschränkt. Stand 2026 gibt es den Bonus Ristrutturazione mit Steuerabzug auf Renovierungskosten bis 96.000 EUR, verteilt auf 10 Jahre: 50 % beim Erstwohnsitz, 36 % beim Zweitwohnsitz. Der Ecobonus gilt für energetische Maßnahmen (Fenster, Heizung, Dämmung) in gleicher Höhe. Der Bonus Mobili bietet 50 % Steuerabzug auf Möbel und Elektrogeräte bis 5.000 EUR, wenn eine Renovierung stattfindet.

Für Nicht-Residenten ohne italienische Steuerpflicht sind diese Boni nicht direkt nutzbar. Es gibt Konstruktionen über Abtretung der Steuergutschrift (Cessione del credito), aber die Banken akzeptieren das seit 2023 nur noch selten. Realistisch planen: die volle Renovierung aus Eigenmitteln.

Pool: Genehmigung und Wert

Ein Pool gehört zu den häufigsten Wünschen beim Casale, ist aber nicht überall möglich. Er braucht eine Baugenehmigung, in landschaftsgeschützten Zonen zusätzlich eine Freigabe, die nicht immer erteilt wird. In streng geschützten Gebieten wie dem Val d’Orcia ist sie nicht sicher.

Ein bestehender oder bereits genehmigter Pool ist deshalb ein echter Wertfaktor. Ein klassisches Becken von rund 50 Quadratmetern erhöht den Wert um etwa 60.000 bis 150.000 Euro, ein aufwändiger Infinity-Pool um deutlich mehr. Wer einen Pool fest einplant, klärt vor dem Kauf, ob er am Standort genehmigungsfähig ist.

Worauf es beim Casale-Kauf ankommt

Vier Punkte entscheiden beim Casale-Kauf über die spätere Kostensicherheit: Katasterabweichungen, nicht genehmigte Umbauten, Zufahrtsrechte und Wasserversorgung. Alle vier sind lösbar, kosten aber Geld und Zeit, wenn sie erst nach dem Kauf auffallen. Die technische Prüfung vor dem Kaufangebot deckt sie ab; in meinen Mandaten läuft sie parallel zur Preisverhandlung.

Katasterabweichungen (Difformità catastali)

Das italienische Kataster bildet selten die Realität ab. Ein Anbau aus den 1970ern, der nie eingetragen wurde. Ein Raum, der im Plan als Lager geführt wird, aber als Schlafzimmer genutzt wird. Ein Dachgeschoss, das laut Kataster nicht bewohnbar ist. Bei Casali in ländlichen Gebieten ist das eher die Regel als die Ausnahme.

Die Katasterbereinigung kostet rund 1.000 bis 3.000 EUR je Einheit und dauert einige Wochen bis Monate. Ohne sie kann der Notar den Kaufvertrag nicht beurkunden; die Katasterkonformität muss im Vertrag bestätigt werden.

Nicht genehmigte Umbauten (Abusi edilizi)

Ein Umbau ohne Baugenehmigung bleibt ein Schwarzbau, auch wenn er 30 Jahre alt ist. Der Verkäufer haftet, aber in der Praxis prüft niemand von allein. Findet der Techniker beim Katasterabgleich einen nicht genehmigten Anbau, muss der Verkäufer ihn vor dem Verkauf legalisieren oder zurückbauen.

Die Legalisierung (Sanatoria) kostet je nach Umfang unterschiedlich: kleinere Formfehler 1.000 bis 5.000 EUR, größere Eingriffe mit Volumenzuwachs 5.000 bis 20.000 EUR und mehr. Ein Anbau von 40 m² ohne jede Genehmigung lässt sich nicht immer legalisieren, besonders in Landschaftsschutzgebieten.

Zufahrtsrechte (Servitù di passaggio)

Viele Casali sind nur über den Grund eines Nachbarn erreichbar. Das Zufahrtsrecht muss im Grundbuch eingetragen sein. Ist es das nicht, kann der Nachbar die Zufahrt theoretisch versperren. Ob ein Wegerecht eingetragen ist, wie breit es ausfällt und wer die Straße pflegt, gehört in die Prüfung vor dem Kauf.

Wasserversorgung

Nicht jedes Casale hat einen kommunalen Wasseranschluss. Viele nutzen einen Brunnen (Pozzo) oder eine Quelle. In trockenen Sommern kann die Ergiebigkeit sinken. Wasseranalyse, Brunnentiefe und die Möglichkeit eines kommunalen Anschlusses gehören vor dem Kauf geklärt.

Die Bohrung eines neuen Brunnens kostet 8.000 bis 25.000 EUR und braucht eine Genehmigung der Provinz.

Regionen für Casali in der Toskana

Chianti Classico

Die begehrteste Zone. Kein Neubau seit über 20 Jahren, schrumpfendes Angebot. Renovierte Casali: 3.500 bis 5.500 EUR/m². Unrenoviert: 1.000 bis 2.000 EUR/m². 30 bis 40 Minuten nach Florenz, 20 Minuten nach Siena. Landschaftsschutz bedeutet: jeder äußere Eingriff braucht eine Genehmigung. Die internationale Nachfrage definiert den Preis. Mehr zum Chianti-Markt.

Val d’Orcia

UNESCO-Welterbe. Weniger Angebot als im Chianti, weil die Zone kleiner ist. Renovierte Casali: 3.000 bis 4.500 EUR/m². Die Preise zeigen seit Jahren nach oben. Pienza und Montalcino sind die Referenzorte. 90 Minuten nach Florenz, 60 Minuten nach Siena. Mehr zum Val d’Orcia.

Maremma

Die Küstenregion im Südwesten. Weniger bekannt, mehr Platz, niedrigere Preise. Renovierte Casali: 2.000 bis 3.500 EUR/m². Unrenoviert: 600 bis 1.200 EUR/m². Meer in 20 bis 40 Minuten, größere Grundstücke, weniger Konkurrenz bei der Suche. Grosseto ist die nächste Stadt mit Krankenhaus und Flughafen-Anschluss (Pisa 2,5 Stunden, Rom 2 Stunden). Mehr zur Maremma.

Garfagnana und Lucchesia

Nördliche Toskana, zwischen Lucca und den Apuanischen Alpen. Die günstigste Zone für Casali in der Toskana. Renoviert: 1.500 bis 2.500 EUR/m². Unrenoviert: 400 bis 800 EUR/m². Ein Casale mit 300 m² und 1 Hektar Land für unter 200.000 EUR ist hier noch möglich. Die Landschaft ist bergig und grün, die Winter kalt. Lucca liegt 30 bis 50 Minuten entfernt, Pisa 60 Minuten, Florenz 90 Minuten. Mehr zu Lucca und Garfagnana.

Valdichiana

Das Tal zwischen Arezzo und Chiusi, östlich vom Val d’Orcia. Fruchtbares Flachland, große Grundstücke, gute Anbindung über die A1. Renovierte Casali: 2.000 bis 3.000 EUR/m². Die Zone ist weniger touristisch als Chianti oder Val d’Orcia, dafür alltagstauglicher: Supermärkte, Ärzte, Schulen in 10 bis 15 Minuten. Cortona ist der bekannteste Ort; die Hügellage um Cortona liegt preislich spürbar über dem Tal.

Casale-Preise nach Region: Richtwerte 2026
RegionRenoviert (EUR/m²)Unrenoviert (EUR/m²)Charakter
Chianti Classico3.500-5.5001.000-2.000International, knappes Angebot, kein Neubau
Val d'Orcia3.000-4.500800-1.500UNESCO, Weinbau, steigende Preise
Maremma2.000-3.500600-1.200Küstennähe, größere Grundstücke, günstiger
Garfagnana1.500-2.500400-800Bergig, günstig, kalte Winter
Valdichiana2.000-3.000700-1.200Alltagstauglich, A1-Anbindung, Cortona

Häufige Fragen zum Casale-Kauf

Was kostet ein Casale in der Toskana?

Renovierungsbedürftige Casali kosten 200.000 bis 500.000 EUR (600 bis 1.500 EUR/m²). Teilrenoviert: 400.000 bis 900.000 EUR. Kernsaniert mit Pool: 600.000 bis 1.800.000 EUR. Die Region bestimmt den Preis stärker als die Größe. Ein 300-m²-Casale im Chianti kostet renoviert ein Vielfaches eines vergleichbaren Objekts in der Garfagnana.

Wie lange dauert die Renovierung eines Casale?

12 bis 18 Monate ohne Denkmalschutz, 18 bis 30 Monate mit Denkmalschutz. Davon 3 bis 6 Monate Genehmigungsphase. Die Bauphase ist oft kürzer als erwartet, aber gute Handwerker sind 6 bis 12 Monate im Voraus ausgebucht.

Brauche ich eine Baugenehmigung für die Renovierung?

Ja, in fast allen Fällen. Nur rein kosmetische Arbeiten (Streichen, Bodenbelag tauschen) sind genehmigungsfrei. Sobald Wände, Elektrik oder Rohrleitungen verändert werden, braucht es mindestens eine einfache Anzeige (CILA). Bei tragenden Elementen eine schwerere Meldung (SCIA), bei Volumenänderung eine vollständige Baugenehmigung.

Kann ich als EU-Bürger ein Casale kaufen?

Ja, ohne Einschränkung. EU-Bürger und Schweizer brauchen kein Visum und keine Aufenthaltsgenehmigung für den Kauf. Sie brauchen eine italienische Steuernummer (Codice Fiscale) und ein italienisches Bankkonto. Beides ist in 1 bis 2 Wochen eingerichtet.

Was ist der Unterschied zwischen Casale und Podere?

Ein Casale ist ein Wohngebäude mit kleinem bis mittlerem Grundstück, das als Garten dient. Ein Podere ist ein landwirtschaftliches Anwesen mit Betriebscharakter: mehrere Gebäude, große Anbaufläche ab 5 Hektar, oft Weinberge oder Olivenhaine, dazu Bewirtschaftungspflichten.

Worauf muss ich bei der Besichtigung achten?

Entscheidend sind Dachstuhl und Tragstruktur, die Übereinstimmung von Katasterplan und tatsächlichem Gebäude sowie Wasserversorgung und Zufahrt. Diese Punkte bestimmen die Renovierungskosten stärker als alles andere; das Übrige lässt sich renovieren. Die technische Prüfung vor dem Kaufangebot klärt das. Mehr zur Kaufbegleitung.

Was passiert, wenn die Renovierung teurer wird als geplant?

Das ist eher die Regel als die Ausnahme. Die häufigsten Ursachen sind ein Dachstuhl, der nach dem Öffnen schlechter ist als gedacht, Fundament-Probleme, die beim ersten Voranschlag nicht sichtbar waren, und Auflagen der Gemeinde, die nach Baubeginn dazukommen. Realistisch ist ein Puffer von 15 bis 20 % auf das Renovierungsbudget, bei 700.000 EUR also 100.000 bis 140.000 EUR Reserve.

Lohnt sich ein renovierungsbedürftiges Casale oder besser ein kernsaniertes?

Das hängt vom Zeitbudget ab, nicht nur vom Kaufpreis. Ein renovierungsbedürftiges Casale kostet weniger im Einkauf, bindet aber 12 bis 24 Monate und verlangt Präsenz vor Ort oder eine verlässliche Bauleitung. Wer selbst gestalten will und die Zeit hat, holt beim unrenovierten Objekt mehr heraus. Wer schlüsselfertig einziehen will, zahlt beim kernsanierten Casale den Aufpreis für die vermiedene Bauphase und das kalkulierbare Ergebnis. In der Praxis rechne ich beide Wege im Einzelfall durch, bevor eine Besichtigung ansteht.

Kann ich ein Casale als Ferienwohnung vermieten?

Ja. Die steuerliche Struktur muss vor dem Kauf stehen. Für Mieteinnahmen gibt es zwei Modelle: die Pauschalsteuer von 21 % auf das erste Objekt, oder die progressive Einkommensteuer mit Abzugsmöglichkeiten. Seit 2026 gelten verschärfte Regeln für Kurzzeitvermietung. Mehr zur Vermietung.


Andrej Avi ist Immobilienmakler in der Toskana und berät Käufer aus dem deutschsprachigen Raum beim Kauf von Casali und Landhäusern. Kaufbegleitung anfragen · Aktuelle Immobilien

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Stand: Juli 2026. Keine Steuer- oder Rechtsberatung.

Andrej Avi
Andrej Avi

Lizenzierter Immobilienmakler in Italien

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